Reisen im Außen – Wachsen im Innern

Biodanza-Urlaube für persönliches Wachstum und innere Heilung

 „Der Kokon ist aufgebrochen, das Leid erlöst, die Zerrissenheit einer großen inneren Klarheit gewichen und die Prinzessin der Kindheit ist eine Königin der Herzen geworden.“ Dieses Zitat einer Teilnehmerin des letzten Biodanza-Urlaubs auf Teneriffa bringt es auf den Punkt. Viele weitere Stimmen von anderen Menschen drücken dasselbe aus: Biodanza vermag uns helfen, unsere Potenziale zu entfalten, die Schatten der Vergangenheit aufzuhellen, so dass wir lebendiger und leuchtender im Leben unterwegs sein können. Stimmen von TN

Wie soll das gehen? Allgemeine Grundsätze zu Biodanza hatte ich bereits an dieser Stelle beschrieben. Lesen Sie nach unter www.uli-bangert.de/biodanza/poesie der begegnung. Heute will ich Ihnen Beispiele aus meiner langjährigen Praxis als Biodanza-Leiter beschreiben, die natürlich allesamt auch in die Biodanza-Urlaube einfließen. Bei allen Beispielen berücksichtigen Sie bitte, dass diese nur kurze Einblicke in ganz unterschiedliche Vivencias (=Tanzsessions) geben, die jeweils aus 13-15 verschiedenen Tänzen und Musiktiteln bestehen. So will ich Ihnen Einblicke verschaffen, die Ihnen eine Ahnung vom Erleben im Biodanza ermöglichen. Allerdings reichen 1000 Worte nicht aus, die Erfahrung nur einer Vivencia (=Tanzsession) zu ersetzen. Aber manchmal ist Weniger Mehr: „Es war sehr ergreifend für mich. Ich habe mich so groß gefühlt. Ich wünsche euch allen solch schöne und tief gehende Momente, wie ich sie gerade mit euch erleben darf.“ Biodanza-Urlaube sind hierzu besonders geeignet, weil die TeilnehmerInnen neben ausgedehnten täglichen Vivencias genug Raum haben, um die Erfahrungen des Tanzens zu integrieren,  aber genauso auch einfach den Urlaubsort zu erkunden. So kann man sich z.B. in die außergewöhnliche Ruhe und Langsamkeit Spiekeroogs vertiefen. Oder den majestätischen Teide auf Teneriffa besteigen, das Vulkangestein begreifen: Blaues Meer und blauer Himmel, die sich am Horizont begegnen …

Guido (alle Namen geändert) ist ganz neu dabei und sagt zu Beginn im Tanz der Worte: „Ich kann gar nicht tanzen.“ Wie mutig, dass er trotzdem dabei ist! Nicht selten ist es ja der Verstand, der uns im Weg steht. Wir haben Gedanken, die oft unmittelbar zu Bewertungen führen, die dann Gefühle in uns auslösen, die uns oftmals in unserem Verhalten einschränken. Hierzu müssen wir Menschen nicht viel tun, unser Kopf macht das ganz von alleine, meistens in Sekundenschnelle, nicht selten sogar, ohne dass es uns bewusst wird. Und trotzdem lässt sich diese quasi automatisierte Abfolge auch durchbrechen. Man muss nur Guidos Gesicht sehen und ahnt dieses kleine Wunder.

Ach so, der Tanz: Wir gehen zu zweit durch den Raum ohne uns anzufassen, sind aber mit unseren Blicken verbunden, variieren dabei Nähe und Distanz. Wir gehen einfach, spielen zunehmend miteinander. Wir sind frei und gleichzeitig verbunden, selbst wenn 10m zwischen uns liegen und gleichzeitig noch weitere acht Paare ihren Tanz zur Musik von Pat Metheny „Are you going with me?“ tanzen. Wir spielen wie Kinder, kritisieren unser Tun immer weniger und fühlen einfach diese Leichtigkeit. So einfach soll tanzen sein?

Ich bin überzeugt davon, dass ganzheitliche Erfahrungen, die uns Menschen mit unserem Körper, unserem Denken und Fühlen verbinden, die unser Herz und unsere Seele berühren, zu bemerkenswerten Veränderungen führen.

Viele von uns haben die bewegende Geschichte von „Ziemlich beste Freunde“ gesehen. Wollen Sie dazu mal tanzen? Machen Sie einfach mit. Alle sind über ihre Fingerspitzen im Kreis miteinander im Kontakt. Mit geschlossenen Augen fühlen wir das Verbunden-Sein.  Zur Filmmusik von Ludovico Einaudi „Writing poems“ bringen wir unsere Verbindung ganz langsam in Bewegung wie ein feiner Seidenfaden, der sanft im Wind schaukelt und symbolisch alle Herzen verbindet. Oder: Wir schreiben gemeinsam ein Gedicht über Freundschaft und verbundene Herzen. Magisch – und ganz leicht! Ohne Worte – einfach so!

Nach einiger Zeit unterlegen wir die Musik aus dem Lautsprecher zusätzlich mit dem sanften Summen unserer Stimmen. Ohne Druck wird der Raum zwischen uns mit unseren Stimmen erfüllt. Das Gedicht über Freundschaft wird so noch farbiger: Ein liebevolles Miteinander der Menschen, wo auch der Frosch im Hals sein darf und dadurch immer weicher wird. Das gemeinsame Tönen erfüllt den ganzen Raum, zwischen uns und um uns herum, obwohl die Lautsprecher längst verstummt sind. Es verbindet sich mit dem zauberhaften Rauschen des atlantischen Ozeans, welches die Felsabbruchkante 200m hoch tönt: Poesie der Begegnung!

„Eine Woche Urlaub? Eher ein gefühltes Leben. Intensiver geht es kaum. Dank für die wundervolle Musik, den geschützten, liebevollen Raum, deine stete Präsenz und Achtsamkeit, deine Flexibilität für immer neue Situationen, den Fluss, der so entsteht, dein riesengroßes Herz!“

„Es ist nicht unsere Aufgabe, einander näher zu kommen, so wenig wie Sonne und Mond zueinander kommen oder Meer und Land. Unser Ziel ist, einander zu erkennen und einer am anderen das zu sehen, und ehren zu lernen, was er ist: des andern Gegenstück und Ergänzung.“ (Hermann Hesse)

Uns selbst zu erkennen, gelingt leichter über den Kontakt zu anderen. Es ist so, als wenn wir über die Begegnung,  wie den gemeinsamen Tanz,  in einen Spiegel schauten, in dem wir uns selbst erkennen können.  Ein gutes Beispiel aus der Vielzahl von Hunderten von Biodanza-Tänzen ist hierzu die rhythmische Synchronisation. Beide Menschen stehen gegenüber, sind über ihre Hände und Blicke miteinander im Kontakt. Der Rhythmus der Musik, z.B. von Ray Charles „Hit the road Jack“ wird von beiden zunächst mit den Füßen aufgenommen und erfasst zunehmend die ganzen Körper. Es entwickelt sich eine Dynamik zwischen beiden, bei der das Gemeinsame ständig neu definiert wird: Die Art der Bewegung, ihr Ausdruck, ihre Intensität, Das Wechselspiel von Führen und Geführt werden, auch die Intensität des Kontaktes kann sich ständig ändern – und das alles ohne Worte. Nach vielleicht nur einer Minute wechseln alle ihre PartnerInnen, so dass eine neue Verbindung entstehen kann. Je weniger wir reden und denken, umso leichter können wir unserer Intuition folgen. Obwohl die Menschen unterschiedlichster Herkunft oder Alters sind, vielleicht noch nicht einmal dieselbe Sprache sprechen, fühlen sie sich miteinander verbunden in Leichtigkeit, Lebensfreude und Freiheit.

Biodanza ist eine Methode, die für jede Zielgruppe geeignet ist, für Menschen jeden Alters, selbst für Menschen mit Einschränkungen. Ich selbst habe eine Modifikation für Schulen (lifedance ®) entwickelt und mehrere Jahre erfolgreich erprobt: „Außerdem wird man (jedenfalls ich) mutiger.“ (Mädchen, 8.Kl.) „Lifedance ist wunderbar zum Entspannen, Frust abbauen und einfach zum unbeschwert Lachen. Nachdem man getanzt hat, fühlt man sich unglaublich gut und hat Lust noch etwas am Tag zu erleben. Beim Tanzen vergisst man all seine Sorgen und fühlt sich frei. Dies hält auch nach dem Tanzen noch an. Ich glaube, unsere Klasse hat durch Lifedance einen großen Schritt gemacht.“ (Junge,9. Kl.)

Martha, die sich vor wenigen Wochen von ihrer verstorbenen Mutter verabschiedet hatte, kam nach längerer Pause wieder zu uns – voller Trauer. Wir schenkten ihr einen Tanz der Lichttaufe: Sie steht bequem und mit geschlossenen Augen und empfängt das himmlische Licht der Sterne, welches zwei von uns mit unseren Händen aus der Weite des Himmels holen und über ihr ausbreiten. Von oben bis unten, sehr langsam in großer Ruhe und Intensität, ohne ihren Körper zu berühren. Dazu Musik von Mascagni „Cavalleria rusticana“.  Immer mehr entspannt sie sich zwischen uns Engeln. Kosmisches Licht in Zeiten von Düsternis und Enge. Sternenstaub, damit wir unseren Weg nicht verlieren. Niemand ist allein!

„Mir laufen noch immer die Tränen, wenn ich daran denke. So eine tiefe Verbundenheit mit euch spüren zu dürfen, war ein riesengroßes Geschenk, das ich nie vergessen werde. Ich danke jeden Tag dem Universum, dass es mir diese Freunde in mein Leben geschickt hat. Durch euch konnten wir uns als Paar, aber auch einzeln, so entwickeln.“

Hierzu ein weiteres Beispiel aus einer erfahrenen Gruppe, wie z.B. gegen Ende eines Biodanza-Urlaubs: Das Herz eines Anderen besingen. Ein Mensch sitzt am Boden, mit geschlossenen Augen in Stille und voller Entspannung. Der andere besingt das Herz mit der eigenen Stimme, indem die Hände zu einem Schalltrichter geformt sind, der den Rücken der ersten Person berührt. Töne summen, archaische Klänge jenseits aller Bewertungen, die Wärme des Atems weiten Körper, Herz und Seele und bringen alles in eine liebevolle Schwingung. Alle anderen Paare verschmelzen im Hintergrund und bilden so den Gesamtklang dieser sehr intimen Erfahrung. Zitat eines Teilnehmers: „Mein Herz besungen zu bekommen, hat mich zutiefst berührt. Im Hintergrund die Stimmen aller. Eine sakrale Heilstimmung wie in einem Kloster. DANKE!“

… und das Leben wird immer leichter! Vielleicht fühlen Sie sich angesprochen, eigene Erfahrungen mit Biodanza zu machen, in Ihrer eigenen Intensität und Ihrem Tempo, frei und gleichzeitig verbunden. Ich würde mich freuen, wenn wir uns sähen.  Wir tanzen in diesem Jahr  noch auf Spiekeroog und Teneriffa. 2014 geht es zusätzlich auch an den Chiemsee und nach Andalusien. Jeder Urlaub wird die besondere Qualität des jeweiligen Ortes bestens in unseren Lebenstanz integrieren.

Übrigens: Seit Neuestem unterstützen Krankenkassen auch meine wöchentlichen Biodanza-Kurse,  weil die entspannende und stressreduzierende Wirkung wissenschaftlich bewiesen ist. „Wunder-voll! Ich danke dir für deine Ruhe, deine Tiefe, deine Präsenz, deine Achtsamkeit, deine Lebendigkeit, deine Liebe!“

Ich freue mich auf Sie! Herzlich willkommen!